Y-Trasse – was ist das?
Bei der sogenannten Y-Trasse handelt es sich um eine geplante Eisenbahn-Neubau-/Ausbaustrecke. Diese soll im Bereich zwischen Hamburg und Hannover errichtet werden. Bei Visselhövede ist ein Abzweig nach Bremen als 22 km lange Ausbaustrecke vorgesehen. Dadurch bekommt der geplante Streckenverlauf die Form eines Ypsilons.


(Quelle: "Radio Bremen" 18.1.2010)
Nach den amtlichen Planungen ist der räumliche Beginn der Neubaustrecke von nördlicher Seite bei der Ortschaft Lauenbrück vorgesehen, ca. 62 km südwestlich von Hamburg (Verknüpfung mit der Strecke Hamburg – Bremen). Richtung Süden geht der Verlauf durch die Landkreise Rotenburg (Wümme), Soltau-Fallingbostel und Hannover. Im Bereich Großburgwedel bei Isernhagen, ca. 23 nördlich von Hannover, endet der offiziell geplante Neubauabschnitt mit einer Anbindung an die Strecke Celle – Hamburg..
Die Y-Trasse ist ein Projekt des Bundesverkehrswegeplanes 1992 und des Bedarfsplanes zum Bundesschienenwegeausbaugesetz 1993.
Die Planungen sehen die Errichtung einer 92 km langen Hochgeschwindigkeitsstrecke für Geschwindigkeiten von durchgängig 300 km/h vor, der Abzweig nach Bremen ist bis Langwedel als Ausbauabschnitt der Strecke Uelzen - Langwedel für 160 km/h konzipiert und fädelt dort in die Strecke Hannover – Bremen ein.
Die Überlegungen zur kapazitiven Erweiterung der Korridore Hamburg/Bremen – Hannover gehen zurück auf ein Netzausbauprogramm der Deutschen Bundesbahn aus dem Jahr 1970. Ziel der Planungen war eine Entmischung des schnellen und langsamen Verkehrs und eine massive Beschleunigung des Personenfernverkehrs. Primäres Ziel war eine Fahrzeitverkürzung der Strecke Hamburg – Frankfurt (Main) auf unter drei Stunden. Durch die Y-Trasse versprechen sich die Befürworter eine Fahrzeitverkürzung von Hamburg nach Hannover um 13 Minuten bzw. von Bremen nach Hannover um 8 Minuten.
Bei Reisezuggeschwindigkeiten oberhalb von 230 km/h muss derzeit davon ausgegangen werden, dass sich tagsüber auf der Y-Trasse ein Mischverkehr mit Güterzügen aus Sicherheitsgründen verbietet. Daher spielt der bisherige Planungsansatz zur Y-Trasse für den Güterverkehr praktisch keine Rolle.
Notwendigkeit des Projekts und die vorgeschlagene Realisierungsvariante (Vorrangstrecke für den Hochgeschwindigkeitsverkehr) sind zunehmend umstritten.
